Tölzer Kunstverein - Kunst & Vereine

Kunst und Wirtschaft in Deutschland

Irgendwie mag man nicht so wirklich glauben, dass sich zwei so unterschiedliche Themen wie Kunst und Wirtschaft wirklich in einen Zusammenhang bringen lassen, aber es lässt sich oft einiges miteinander verbinden, von dem man es nicht gedacht hätte. Um beide Seiten auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, kann man vorab erst einmal eines erwähnen, denn Wirtschaft und Kunst haben beide ihren Ursprung im Handwerk.

Besonders Künstler wie beispielsweise Pablo Picasso hat ein Händchen dafür, Kunst mit dem Gedanken an Wirtschaft und Handwerk miteinander zu verbinden. Seine Kunstwerke scheinen oft der Fabrik näher zu sein, als der Natur. Wie aus Zauberhand verwandelte er technische Teile in eine künstlerische Gestalt. Besonders solche aus frühzeitlicher industrieller Herstellung. Das führte dazu, dass sich heutzutage sogar Künstler und Ingenieur gegenseitig über die Schulter schauen. Ingenieure schauen sich Grundrisse verschiedener Kunstwerke an und entwerfen Stadien und Bauwerke, die einem Kunstwerk sehr nahe kommen und umgekehrt. Wenn man diesen Ansatz gedanklich ein wenig weiterführt, wird einem sehr schnell bewusst, dass Kunst und Wirtschaft nicht ganz so weit auseinander liegen, wie man es eigentlich vermutet hatte. Beide Parteien haben bei ihrer Arbeit ähnliche Prinzipien, sofern sie mit Gestaltung zu tun haben. Die Risiken eines Künstlers sind die Gleichen, wie die eines Unternehmers.

Durch den Zwang zur Tat unterliegt man dem Risiko des Widerstandes und der Nichtanerkennung. Man muss sich mit seinen Vorsätzen behaupten und es durchsetzen könne, um damit ein Ziel zu erreichen, nämlich Geld damit zu verdienen und neue Maßstäbe zu setzen. Wenn man die sonst so unterschiedlichen Perspektiven von Wirtschaft und Kunst bedenkt, so haben sie doch noch relativ viele Parallelen in ihrer Handlungsweise aufzuweisen. Ganz davon ab trägt die Kunst durch ihre teilweise horenden Preise selbstverständlich auch der Ankurblung der Wirtschaft in einem beträchtlichen Teil bei.